Tierarzt mit Hund

Mit Decke zum Tierarzt – damit alles leichter klappt

Es gibt viele Möglichkeiten, deinem Hund beim Tierarztbesuch mehr Sicherheit zu geben. Eine ganz einfache Sache möchte ich euch heute ans Herz legen: Eine Flauschematte oder eine Decke!

 

Wofür ist so eine Decke gut?

Gerade für unsichere Hunde kann ein vertrauter Platz ein Segen sein, wenn alles um sie herum stressig ist.

Übungen zuhause

Zuhause kann die Decke in alle Übungen rund um den Tierarzt einbezogen werden: Auf dem Tisch sitzen, Ohren gucken lassen, Pfoten geben, auf die Seite legen… der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Alle eher unüblichen Situationen könnt ihr zuhause schonmal üben – dann sind sie weniger “komisch”, was beim Tierarzt schon gut helfen kann.

Während der Übungen sollte der Hund immer entspannt bzw. in einem guten Arbeitsmodus sein, sodass er die Decke als einen guten Platz wahrnimmt. So nimmt die Decke vertraute Gerüche an und wird mit etwas Schönem in Verbindung gebracht: Training, Leckerlis, Aufmerksamkeit.

In der Praxis

In der Tierarztpraxis kann mit der Decke schon im Wartezimmer ein Platz für den Hund geschaffen werden, der somit klar begrenzt ist und außerdem vertraut ist. Hier fällt vielen Hunden das Warten etwas leichter.

Wichtig ist, dass der Hund auf seinem Platz von anderen Hunden und Menschen in Ruhe gelassen wird. Das gilt natürlich auch für Hunde, die ohne Decke im Wartezimmer warten 😉

Im Behandlungsraum kann die Decke am Untersuchungsort ausgebreitet werden – auf dem Tisch oder auf dem Boden (je nach Größe des Hundes). Hier zahlt es sich aus, eine Anti-Rutschmatte gewählt zu haben (wie z.B. von Vetbed, so eine haben wir), weil diese bei hektischen Bewegungen nicht gleich verrutscht. Das wird auch die Bereitschaft des Tierarztes erhöhen, die Decke auf seinem Tisch zuzulassen – sorgt sie für eine große Rutschpartie, wird er weniger begeistert sein 😉

Welche Decken sind geeignet?

Grundsätzlich sind dabei alle Decken geeignet, die dir und deinem Hund zusagen.

Im Optimalfall sollten folgende Eigenschaften erfüllt sein:

  1. Sie ist waschbar
    Denn nach dem Besuch beim Tierarzt sollte die Decke unbedingt in die Maschine und möglichst heiss gewaschen werden – sicher ist sicher.
  2. Sie ist rutschfest
    Beim Tierarzt ist eben trotz jeder Übung alles etwas aufregender als zuhause. Eine rutschige Decke kann da schon unangenehm werden und eher zu Verunsicherung als zu Sicherheit beitragen.
  3. Sie ist groß genug für euren Hund
    Eigentlich klar: Eine Briefmarken-große Decke für die Dogge ist wenig hilfreich 😉
    Allerdings: Eine 2×2 Meter große Decke für den Pinscher könnte ebenfalls eher unpraktisch sein…
  4. Sie lässt sich gut transportieren
    Wenn die Decke mit zum Tierarzt soll, sollte sie nicht allzu viel Raum einnehmen beim Transport – sonst lässt man sie im Zweifel ja doch zuhause. Also vielleicht nicht die super-dicke Kuschelflauschdecke nutzen….

Fazit

Für viele Hunde ist das Training auf einer flauschigen Matte eine absolute Erleichterung, wenn es dann ernst wird und der Tierarztbesuch ansteht. Sowohl im Wartezimmer als auch auf dem Behandlungstisch können durch die Decke vertraute Verhaltensmuster oft leichter abgerufen werden und positive Gefühle geweckt werden, die mit der Decke verbunden sind.

Es ist natürlich kein Wundermittel, kann aber sehr gut unterstützend wirken.

 


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Hundeerziehung

5 Gründe, warum du weniger konsequent sein solltest

Konsequenz in der Hundeerziehung ist zur heiligen Kuh geworden. Konsequenz ist alles. Egal, ob man positiv oder negativ arbeitet: Konsequent muss es sein. Immer konsequent. Dabei bedeutet Konsequenz unter Hundehaltern oft etwas in dieser Art:

“Einmal Sofa – immer Sofa.”

“Wenn ich sitz sage, meine ich auch sitz.”

“An der Leine ziehen ist NIE in Ordnung.”

“Die Durchführung eines Kommandos wird immer eingefordert.”

“Ich verhalte mich immer nach Schema XY.”

Kommt dir irgendwas davon bekannt vor?

Jetzt sage ich dir mal was: Ich bin nicht konsequent. (Ich sehe euch jetzt vor dem Bildschirm sitzen, die Hände über dem Kopf zusammenschlagend: „Was hat sie gerade gesagt?“)

Schnall dich an und pass gut auf: Ich sage dir jetzt, wieso auch du weniger konsequent sein solltest. 🙂

1. Dein Hund ist nicht blöd

Ich höre oft Dinge wie „Wenn ich ihn einmal aufs Sofa lasse, dann will er da ab jetzt immer drauf.“ Wieso sollte er das tun? Dein Hund kann sehr gut unterscheiden, in welcher Situation ihr euch gerade befindet. Wieso nicht den Hund auf das Sofa holen, wenn du darauf Lust hast? Und wenn du keine Lust darauf hast, geht es eben nicht aufs Sofa. Dafür ist es nur wichtig, dass du berechenbar und klar bist.

Du möchtest heute mal auf dem Sofa eingerollt kuscheln und die neue Folge „Game of thrones“ schauen? Super, lade deinen Hund zu dir ein und hole ihn zu dir. Akzeptiere natürlich auch, wenn er dazu gerade keine Lust hat. 🙂

Wenn dein Hund nun am nächsten Tag auf der Matte steht und wieder aufs Sofa möchtest, du möchtest aber nicht? Sage ihm freundlich „Nee, heute nicht“, schicke ihn auf sein eigenes Kissen.

Wenn dein Hund situative Entscheidungen noch gar nicht kennt, kann es ein paar Tage dauern, bis die Erkenntnis einsetzt: „Aha, wenn Frauchen mich zu sich bittet, darf ich kuscheln kommen. Wenn ich nett frage, indem ich sie und die Couch im Wechsel anschaue, habe ich eine gute Chance, dass ich gekuschelt werde. Aber wenn sie sagt „Nee, heute nicht“ gehe ich eben auf meinen Platz.“

2. Dein Hund hat gute und schlechte Tage

Uns allen ist klar: Menschen haben manchmal einen schlechten Tag. Wenn der Kollege schon an seinem Schreibtisch vor sich hinbrütet, wild in die Tasten schlägt und immer mal wieder missbilligend vor sich hin grunzt – wenn es nicht von äußerster Wichtigkeit ist, werden wir ihn heute nicht an den Abgabetermin der Bilanzen des letzten Monats erinnern.  😉 Denn wir wissen: Die Aussicht auf Erfolg ist gering. Er weiß zwar, dass die Aufgabe ansteht, wir können das aber einfach mal hintenanstellen.

Das gleiche gilt auch für unsere Hunde. Haben sie einen schlechten Tag, sind hibbelig, haben nicht gut geschlafen, weil sie Durchfall hatten, haben Bauchweh… dann lasse ich die „Bleib auf deinem Platz“-Übung heute einfach mal weg. Nachdem ich es zwei Mal versucht habe, merke ich, dass die Konzentration einfach fehlt. Also lasse ich es und gebe den Hund frei. Ohne, dass ich darauf poche, dass er sich einmal auf seinem Platz entspannt. Denn von Entspannung sind wir dann einfach zu weit entfernt 😉

3. Dein Hund darf sich äußern

Manchmal sehen wir die Schwierigkeiten, die unsere Hunde in bestimmten Situationen wahrnehmen, erst dann, wenn sie nicht das tun, was wir von ihnen erwarten.

Beispiel: Im Normalfall fordere ich von meinen Hunden ein, dass sie sich beim Warten auf den Bus hinsetzen, weil ich das mit den vielen Menschen drum herum angenehmer finde. Beide wissen das und machen das auch – in der Regel. Ist es draußen -10 Grad mit Schnee, dürfen die beiden natürlich stehen. Auch dann, wenn ich in meiner Gewohnheit schon das Sitz gefordert habe. 😉 Wenn sie dann unbehaglich vom rechten Bein auf das linke tippeln, gebe ich sie frei und lasse sie das Kommando nicht durchführen.

Überhaupt sollten wir uns immer fragen, wenn ein Kommando nur zögerlich oder gar nicht ausgeführt wird:

  • Warum ist das so?
  • Liegt es an der Situation?
  • Oder liegt es am Aufbau meines Kommandos?

4. Dein Hund und du lernt euch besser verstehen

Wo die immer korrekte Ausführung von Kommandos und das Beharren auf einmal aufgestellten Regeln an erster Stelle steht, haben die Bedürfnisse von Mensch und Hund sowie die Kommunikation untereinander oft eine untergeordnete Wichtigkeit. Ich halte dagegen das Verständnis für den eigenen Hund für das wichtigste in der Beziehung. Ich möchte, dass sich jeder Hundebesitzer immer wieder fragt:

  • Warum ist mein Hund gerade wie er ist?
  • Wie geht es ihm?
  • Kann ich ihm in seiner Situation helfen?
  • Warum klappt ein Kommando nicht gut?
  • Ist es wichtig, dass ich darauf bestehe?

Wenn wir in dieser Form Rücksicht auf unsere Hunde nehmen, gelten unsere aufgestellten Regeln nicht immer. Wir müssen nicht auf ein Kommando bestehen, wenn wir merken, dass es für unseren Hund sehr unangenehm ist!

Dabei ist es auch sehr wichtig, dass dein Hund versteht, wann ein Kommando zu befolgen ist und wann nicht. Ich habe dafür ein Auflösungskommando aufgebaut (bei uns heißt es „okay“). Nach meinem Okay sind alle vorherigen Kommandos aufgelöst und es herrscht Freiheit 😉
Ich löse damit korrekt ausgeführte Kommandos auf, teile damit aber auch mit, wenn ich doch nicht mehr auf eine Ausführung bestehe.

Beispiel: Uns kommt ein Hund entgegen und ich rufe Chris zu mir. In der Zwischenzeit hat sich allerdings ein zweiter Hund zwischen uns gestellt und läuft auf Chris zu. Würde ich auf mein Kommando bestehen, müsste Chris an diesem unbekannten Hund vorbeilaufen – das wäre für ihn sehr unangenehm und er würde sich dem unbekannten Hund ausliefern, indem er ihm den Rücken zuwendet. Ich löse also mit „Okay“ mein Kommando auf und lasse die Begegnung zunächst stattfinden, bevor ich erneut rufe (oder sich das inzwischen erledigt hat).

5. Dein Hund hat Gefühle

Hunde haben – genau wie wir Menschen – manchmal das Bedürfnis nach Nähe und Sicherheit, weil es ihnen nicht so gut geht. Sie fühlen sich manchmal unwohl, weil Dinge verlangt werden, die sie in innere Konflikte bringen.

Wenn wir lernen, unseren Hund besser zu verstehen (siehe Punkt 5 😉 ), können wir ihm in diesen Situationen helfen:

Du kannst engen Körperkontakt in der Nacht anbieten, auch wenn dein Hund sonst nicht im Bett schläft!

Du kannst ein Kommando aufheben und so dafür sorgen, dass dein Hund nicht in einen Konflikt kommt!

Unsere Hunde danken uns diese Rücksichtnahme mit wachsendem Vertrauen. Sie merken, dass wir ihre Bedürfnisse und Gefühle ernst nehmen und auf sie achtgeben.
Dieses Vertrauen ist das größte Geschenk, das wir bekommen können und die größte Hilfe im Alltag und bei der Erziehung!

Ihr seht also: Ich bin mit dem Wort „Konsequenz“ – so, wie es in der Hundeerziehung meistens genutzt wird – sehr unglücklich. Ich bin für meine Hunde berechenbar, fair, liebevoll und unterstützend. Das möchte ich sein und meistens gelingt es mir inzwischen auch gut.

Ich beharre aber nicht starr und ohne zu hinterfragen auf meine Regeln oder die Ausführung meiner Kommandos.

Fazit

Ich lege dir mit den wärmsten Empfehlungen ans Herz: Lerne deinen Hund kennen, lerne seine Körpersprache verstehen und beschäftige dich mit seinen Bedürfnissen. Und dann nimm darauf Rücksicht, gehe eine echte Beziehung mit deinem Hund ein und sieh ihn weniger als Tier, das immer funktionieren muss.

Du wirst sehen, dein Hund wird es dir danken und wird deine Kommandos noch sicherer ausführen als bisher, weil er dir vertraut.

PS: Das ist übrigens kein Aufruf seinen Hund nicht zu erziehen und ihn immer machen zu lassen, was er möchte. Ich bin sehr dafür, dass Hunde gut erzogen werden, zuverlässig abrufbar sind und niemanden belästigen oder gefährden. Es gibt allerdings eine große Grauzone zwischen „Mein Hund macht immer nur was er will“ und „Mein Hund hat jederzeit immer das zu tun was ich sage und ich kann nicht von einmal aufgestellten Regeln abweichen“. Hör auf dein Gefühl – es wird dir das richtige Maß verraten! 🙂

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Die eigentliche Definition von Konsequenz ist übrigens sehr nah an meinen Vorstellungen und weit entfernt von der Konsequenz-Definition, die mir unter Hundehaltern oft begegnet. Hier ein Auszug aus Wikipedia:

Erzieherische Konsequenz bezeichnet pädagogisch angemessene, spürbare Folgen (Konsequenzen) zum Verhalten eines Kindes, insbesondere lernwirksame Belohnungen für gutes Bemühen, lehrsame Erfahrungen und eine Vermittlung von Erfahrung durch verständliche Worte und Hinweise. Nicht dazu gehören unangemessene Folgen (schädigende Konsequenzen, als hart angesehene Strafen oder auch Konsequenzen, die mit dem Verhalten des Kindes in keinem für das Kind ersichtlichen Zusammenhang stehen). Erzieherische Konsequenz bezeichnet andererseits eine Art des Umgangs mit dem Kind, die auf als angemessenen angesehene Folgen aufbaut und das Ziel verfolgt, die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes zu fördern und Streitigkeiten und Konflikte in Grenzen zu halten.”

Danach bin ich also doch konsequent und du solltest das auch sein 🙂

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Und, bist du konsequent? 🙂


 

Silvester mit Hund

Silvester mit Hund – Lasst es krachen (oder nicht?)

Die Silvesternacht naht. Ihr habt

Silvester mit Hund – Lasst es krachen (oder nicht?)

das Jahr über trainiert, unterstützende Mittel sind organisiert und der Abend ist so geplant, dass er für dich und deinen Hund optimal verlaufen sollte. Zu diesen Vorbereitungen auf Silvester habe ich ja bereits ein wenig geschrieben.

Nun gilt es die Tage um Silvester und natürlich den Abend selbst zu überstehen ohne sich mit dem eigenen Hund in den nahegelegenen Atomkriegbunker zu verschanzen (wobei: Wenn ihr das möchtet… 😉 ).

Tic-toc – Silvester naht

Sobald die Knaller in den Geschäften zu kaufen sind, gibt es – zumindest in den größeren Städten – den einen oder anderen, der schon mal ein bisschen “vorknallt”. Daher macht es bei sehr ängstlichen Hunden Sinn, auch schon die Tage vor Silvester mit einem wachsamen Auge (und Ohr!) durch die Gegend zu gehen.

Am Silvesterabend gilt das ganze dann nochmal verstärkt.

Spaziergänge – Wann und wo?

Ich schaue an Silvester, dass ich am Vormittag schonmal eine schöne große Runde irgendwo im Nichts drehe – wir fahren dafür meistens raus nach Brandenburg irgendwo in einen netten Wald. Dann können die Jungs schön laufen, Energie ablagen – ganz ohne Stress. Denn seien wir ehrlich: Silvester selbst ist aufregend genug, da darf der Spaziergang auch mal ganz ereignislos sein.

Ab dem Nachmittag mache ich hier nur noch Löserunden, weil Chris einfach furchtbare Angst bekommt, wenn in unserer Nähe Böller losgehen. Ich würde dir das auch empfehlen, wenn dein Hund sehr ängstlich ist.
Bei zwei oder drei Böllern kann man noch schön die Umorientierung üben (so trainieren wir: es böllert – Chris kommt zu mir – Keks); wenn aber die Reizschwelle erstmal überschritten ist, weil zu viele Knaller auf kurzer Zeit einprasseln, ist es mit Training einfach nicht mehr weit her und der Hund holt sich eher noch ein schlechtes Erlebnis ab. Weniger ist hier oft mehr!

Achtet auch darauf, dass ihr Unterführungen und andere Orte meidet, an denen sich oft Jugendliche aufhalten. Hier bei uns kenne ich die Jugendlichen vom Sehen – da gibt es kein Böllergeschmeiße auf die Hunde oder andere Scherze. Leider habe ich das auch schon einige Male anders erlebt: Ich meide daher Gruppen von Betrunkenen oder Jugendlichen, weil hier die Gefahr am höchsten ist, dass jemand “ganz cool” einen Böller in unserer Nähe zündet.

 

Hund ausreichend sichern!

Wenn du nicht ausschließen kannst, dass dein Hund sich vor einem Knall erschrickt: Behalte ihn doch sicherheitshalber um Silvester herum und vor allem am 31.12. selbst an der Leine. Ab dem Verkaufsstart der Böller gehen bei TASSO immer mehr Vermisstenmeldungen ein: Lass nicht zu, dass dein Hund einer von ihnen ist! Ein paar Tage an der Leine sind kein Problem (es darf ja auch eine Schleppleine sein).

Bei Angsthunden empfehle ich eine doppelte Sicherung. Binde dir eine Joggingleine um den Bauch, die du am Geschirr befestigst und halt die Führleine in der Hand, die am Halsband begfestigt ist. Oder lege dir eine Leine um den Körper und halte eine in der Hand. So ist dein Hund auch gesichert, wenn dir eine Leine aus der Hand gleiten sollte.

Eine gute Möglichkeit sind auch Sicherheitsgeschirre (wie dieses Geschirr z.B.), aus denen sich die meisten Hunde nicht herauswinden können. Das schützt aber nicht vorm Fallenlassen der Leine, eine Sicherung am Körper ist bei Angsthunden auch hier zu empfehlen.

Geräusche ausblenden

Es gibt einige Hundehalter, die zu Silvester den ganzen Abend laute Actionfilme schauen, die Rolladen runterlassen und so das Feuerwerk in den vertrauten Geräuschen des Fernsehers “verstecken”. Manchen Hunden hilft das alleine sehr. Man verpasst natürlich dann selbst auch den Jahreswechsel weitestgehend. Wem das nicht so wichtig ist, für den könnte das eine gute Option sein.

Eine ähnliche Möglichkeit tut sich auf, wenn ihr mit einer Geräusch-CD gearbeitet habt. Hier könntet ihr euch eine Sequenz heraussuchen, die ihr austrainiert habt und auf die euer Hund auch bei hoher Lautstärke nicht ängstlich reagiert. Diese Sequenz könnt ihr dann schon vor Beginn des Feuerwerkes abspielen und die Lautstärke bis Mitternacht steigern. Wenn dann um null Uhr das echte Feuerwerk beginnt, kann es für den Hund hilfreich sein, sich an den bekannten Sequenzen zu orientieren und sich auf diese zu konzentrieren.

Anstoßen verschieben

Um nicht noch mehr Unruhe zu Mitternacht zu verbreiten: Mach mit deinen Gästen einen verspäteten Jahreswechsel aus! 🙂 So könnt ihr erstmal den Höhepunkt des Feuerwerkes vorbeiziehen lassen und dann gegen halb eins die Gläser heben. Glaubt mir: Das neue Jahr fängt nicht ohne euch an 😉

nicht alleine lassen!

Auch wenn der erste Trubel bereits vorbei ist: Lasst euren Hund nicht alleine in der Wohnung zurück, um Feiern zu gehen. Es kann doch immer mal passieren, dass er sich doch vor einem Geräusch erschreckt. Wenn dann niemand da ist, neigen manche Hunde dazu, besonders genau auf das kommende Geräusch zu hören und so eine Angst zu entwickeln.

Das kann  am kommenden Silvester eine böse Überraschung geben!

Beistand leisten

Es gibt den viel zitierten Mythos, man dürfe seinen Hund unter keinen Umständen trösten, weil das die Angst verstärken würde.

Dazu sage ich gerne: Unser Hund ist keine Konditionierungsmaschine! Er ist ein Lebewesen mit Gefühlen und die Meinung, dass Ignorieren von Angst immer die richtige Entscheidung ist, ist längst überholt.

Je nach Hundepersönlichkeit kann es helfen, den Hund nicht weiter zu beachten, sonden dem ganz normalen Treiben nachzugehen.
Es gibt allerdings auch einige Hunde (die meisten, die ich kennen gelernt habe), die sich dann immer mehr in ihre Angst hineinsteigern oder sich alleine deshalb mehr ängstigen, weil der Halter ihn alleine lässt.

Im Endeffekt gibt es hier wie so oft keine Patentlösung! Vielen Hunden hilft eine ruhige Ansprache und langsames Streichen über den seitlichen Brustkorb in langsamen und langen Zügen. Wenn dein Hund in dieser angespannten Situation Kontakt mag: Super, gib ihm diesen! Wenn er es nicht mag: Dränge dich nicht übermäßig auf.

Ablenkung – Schnuffeln, Kauen, Tricksen

Ruhige Beschäftigung ist oft eine gute Möglichkeit, um die angstmachenden Geräusche ein wenig in den Hintergrund zu drängen. Eine gute Möglichkeit dazu sind Suchspiele, Intelligenzspielzeug oder Schnuffelteppiche.

Alle diese Dinge sind meistens aber nur sinnvoll, wenn dein Hund schon vor Mitternacht mit der Suche oder dem Verspeisen des Kauartikels beginnt. Dann kann er sich seiner Ablenkung schon voll und ganz widmen und die Wahrscheinlichkeit ist höher, dass es ihm über die böllerreiche Phase hilft.

Eine recht einfache Möglichkeit ist das Kauen auf einem leckeren Knochen oder anderen Kauartikel. Bei uns sind dabei Schweineohren besonders beliebt; nimm etwas, das dein Hund LIEBT! <3 🙂 Auch ein Kong mit einer leckeren, eingefrorenen Füllung sorgt für lang anhaltenden Schleckspaß!

Du kannst auch als Suchspiel einen Schnuffelkarton vorbereiten. Diesen füllst du mit Klorollen, Papier, Geschirrtüchern und Schachteln, in denen du unterschiedliche Leckereien versteckst. Wenn du es gut anstellst, ist dein Hund dann eine ganze Weile beschäftigt 🙂 Gepaart mit einem guten Training im Vorfeld kann das schon eine tolle Sache sein!

Ein paar Intelligenzspielzeuge könntest du bereit stellen und mit deinem Hund spielen, wenn er daran Spaß hat. Es sollte ihn nicht so doll fordern, dass er frustriert wird – dann wird er sich wieder dem Feuerwerk zuwenden 😉

Eine Pipipfütze ist schnell aufgewischt, das Bett schnell neu bezogen…

Silvester ist für viele Hunde eine Ausnahmesituation. Da darf man auch als Mensch einmal eine Ausnahme machen. 🙂

Wenn dein Hund sonst nie ins Bett darf, er sich an Silvester aber dort vor den Geräuschen versteckt und Schutz sucht: lass ihn! Das Bett ist schnell frisch bezogen und deine Erziehung geht von einem Abend nicht den Bach runter. Eine Traumatisierung, weil du deinem Hund den vermeintlich sicheren Rückzugsort nimmst, kann da deutlich schwerwiegender sein.

Gleiches gilt für die Stubenreinheit: Manche Hunde haben am Silvestertag draußen solche Angst, dass sie sich nicht lösen können und nur noch wieder nach Hause wollen. Zwing sie nicht durch die Gegend bis sie vielleicht irgendwann Pipi machen! Geh immer mal wieder kurz raus an den nächstgelegenen Busch, aber sei nicht böse, wenn doch mal etwas in die Wohnung geht. Wegwischen und daran denken: Sobald die Angst weg ist, wird sich wieder draußen gelöst.

Die Tage danach

Wenn dein Hund großen Stress an Silvester hatte, kann es sein, dass er auch auf vereinzelte Knaller in den kommenden Tagen ängstlich reagiert. Sei in dem Fall also auf der Hut und verschiebe im Zweifel den Freilauf ein paar Tage nach hinten.

Lass deinen Hund außerdem besser nicht an alten Böllern schnuppern: Manchmal handelt es sich um Blindgänger, die noch losgehen können. Das hat leider schon einigen Hunden eine böse Überraschung beschert. :/ Auch Scherben von kaputten Sektflaschen können noch rumliegen – da ist in Knallgebieten ein wenig Vorsicht geboten. 🙂

Es riecht so komisch…

Nach Silvester riecht es mancherorts ja schon für uns Menschen komisch – für den Hund ist das ganze nochmal verstärkt!

Der Geruch von Verbranntem, die teilweise verfärbten Bürgersteige und der herumliegende Müll können sensible Tiere verunsichern. Da bin ich froh: Meine beiden Knirpse interessiert das alles weniger 😉 Aber das kann eben auch mal anders sein.

Alle Jahre wieder…

Anschließend gilt: Das nächste Silvester kommt bestimmt! Gerade direkt nach Silvester ist man motiviert es dem Hund im kommenden Jahr ein bisschen angenehmer zu machen. Warum also nicht gleich mit dem Training für Silvester anfangen? 🙂

 

Fazit

Silvester mit Hund kann eine Herausforderung sein – muss es aber nicht. Training und Maßnahmen an Silvester sind so vielfältig wie wir und unsere Hunde! Trainieren mit Geräusch CD, Boxentraining, Ruhesignal, Thundershirt, Adaptil, Schnuffelteppiche, Flucht aufs Land… Such dir die Dinge raus, die dir und deinem Hund helfen! 🙂 Probier ein wenig aus und beobachte deinen Hund – du kennst ihn am besten!

Und wenn es wirkich extrem ist: Wende dich an einen Hundetrainer deines Vertrauens oder an einen Verhaltenstierarzt.

Und dann: Einen guten Rutsch ins neue Jahr! 🙂

 

Seminar-Tipp 2017:

Für alle Berliner habe ich an dieser Stelle einen Seminar-Tipp. Ulrike Seumel von der Hundeschule Dog It Right in Potsdam hält für mich im Oktober 2017 ein Praxis-Seminar zum Thema Geräuschangst beim Hund. Du kannst deinen Hund mitbringen und ihr könnt einen individuellen Übungsplan für euch erstellen.

Im theoretischen Teil lernst du,

  • wie du sofort deinem Hund bei Geräuschangst helfen kannst
  • wie du langfristig deinem Hund eine Strategie vermitteln kannst, damit es ihm auch ohne dich bei Gewitter und Knallern gut geht
  • wie du Angst vor Geräuschen bei deinem Hund vorbeugen kannst
  • was du Schritt für Schritt bis Silvester noch tun kannst

Im zusätzlichen Praxisteil trainierst du mit deinem Hund,

  • wie du deinem Hund hilfst Ängste unterwegs und zu Hause zu bewältigen
  • wie du das Beste aus schwierigen Situationen machst
  • welche Übungen generell sinnvoll sind, damit dein Hund mehr Selbstvertrauen bekommt

Hier geht es zum Seminar von Ulli Seumel. Ich würde mich freuen, euch dort zu sehen!

Silvester mit Hund

Silvester mit Hund – Vorbereitung ist alles!

Bald ist es schon wieder soweit: Der Jahreswechsel steht vor der Tür. Silvester mit Hund kann dabei eine ganz besondere Herausforderung sein, weil viele Hunde durch die unvorhergesehenen Geräusche verunsichert werden.

Manche Hunde kommen super mit Silvester klar – Meeko ist zum Beispiel so ein Kandidat: Der hockt mit uns friedlich beim Anstoßen, lässt sich kraulen und ist entspannt. 🙂 Um Mitternacht könnte man nicht mit ihm rausgehen, aber so lange eine Scheibe zwischen ihm und der Knallerei ist, ist alles in Ordnung.

Da war es doch eine ganz schöne Umstellung, als Chris zu uns gezogen ist. Alles was Krach macht – Feuerwerk, Gewitter, Handwerker – macht ihm Angst. Die ersten Male ist er bei Gewitter panisch in der Wohnung umhergelaufen und war kaum noch ansprechbar. Puh, da haben wir aber geguckt!

Die gute Nachricht ist: Ja, das wird besser! 🙂 Mit ein bisschen Geduld und Spucke kann man da einiges schaffen!

Was deinem Hund hilft, ist dabei total individuell. Such dir das raus, was zu euch passt! Hier soll es nun um die Maßnahmen und Dinge gehen, die du schon vor dem eigentlichen Silvesterabend treffen und besorgen kannst. 🙂

 

Training im Vorfeld

Da ich weiß, dass mein Hund Probleme mit der Knallerei hat, kann ich schon über das Jahr verteilt trainieren. Hier gibt es verschiedene Übungen, die am Silvesterabend hilfreich sein können.

Dazu gehört eine Desensibilisierung oder das Trainieren eines Entspannungssignals. Es kann auch hilfreich sein, deinem Hund einen Rückzugsort zu schaffen und diesen bereits positiv zu verknüpfen, damit er sich dort sicher fühlt.

Geräusch-CDs

Das Trainieren mit Geräusch-CDs ist ein Klassiker bei der Desensibilisierung von Hunden, die vor bestimmten Geräuschen Angst haben. Du brauchst dir übrigens gar nicht unbedingt eine CD kaufen, bei YouTube gibt es massenweise Videoaufnahmen von Feuerwerken. Das Gute ist, dass man hier eine unendliche Variation findet, sodass man wesentlich langfristiger üben kann.

Wie geht man jetzt bei so einem Training vor?

Ihr sucht euch eine Übungssequenz von der CD oder aus einer anderen Quelle aus. Die Sequenz solltet ihr auf wenige Minuten begrenzen.

Ihr fangt ganz leise an, so leise, dass euer Hund die Geräusche wahrnimmt, aber keine Angst bekommt, sondern noch recht entspannt bleibt. Setzt euch mit eurem Hund gemütlich hin und belohnt ihn nach jedem Knall. Da bietet sich Futter besonders an, es darf aber auch eine andere Belohnung sein, die den Hund nicht aufpuscht. Das können, je nach Hund, auch Streicheleinheiten sein.

Eine solche Übung sollte nicht länger als 5 Minuten dauern. Dann wird aus gemacht und es geht an einem anderen Tag weiter.
Wie bei jedem Training gilt auch hier: Häufige kurze Einheiten machen, aber auch ausreichend Ruhezeit dazwischen, damit der Hund alles verarbeiten kann. Die Abstände zwischen den einzelnen Einheiten solltest du daher ein wenig von deinem Hund abhängig machen. Ein guter Richtwert ist sicherlich: Jeden Tag 5 Minuten.

Mit jder Trainingseinheit kannst du nun die Lautstärke ein klein wenig steigern. Wird dein Hund zu unruhig, gehe lieber nochmal einen Schritt zurück und übe zunächst mit geringerer Lautstärke weiter bis dein Hund wieder  entspannt ist.

Wenn ihr es dann geschafft habt, eure Sequenz auch laut entspannt zu meistern: Total klasse! Herzlichen Glückwunsch! 🙂 Nun kann es an die nächste Sequenz gehen, in der das Knallmuster anders ist. Und hier nun aufpassen: Bei jeder neuen Knallsequenz fangt ihr wieder ganz leise an und steigert euch.

Je mehr verschiedene Sequenzen gut klappen, desto höher wird die Wahrscheinlichkeit, dass dein Hund generalisiert, dass Knallgeräusche gar nicht so schlimm sind.

Das Trainieren von Geräuschen über die Geräusch-CD hilft übrigens leider nicht jedem Hund bei Silvester. Die Geräusche kommen am Silvesterabend ja leider nicht aus den Boxen, sondern von draußen und aus allen Richtungen. Das kann man selbst mit einer Surround-Anlage nur schwer simulieren. :/ Es bleibt nur der Versuch, ob es bei deinem Hund funktioniert und ihm hilft.

Tipp für Silvester: Wenn ihr eine Sequenz gut geübt habt, könnt ihr diese auch an Silvester selbst abspielen. So hat der Hund ein ihm bekanntes Knallmuster, an dem er sich orientieren kann und wird so von den Knallern draußen vielleicht etwas abgelenkt. 🙂

Entspannungssignal

Ein Entspannungssignal kann genutzt werden, um den Hund in eine ruhigere Gemütslage zu bringen, wenn er aufgeregt ist. Dazu werden bestimmte Berührungen (z.B. die Massage am Ohr) oder auch bestimmte Wörter (z.B. “eaasyyy”) mit einem entspannten Gefühl verknüpft.

Das kannst du  ganz einfach beim Kuscheln mit deinem Hund aufbauen. Ist dein Hund ganz entspannt, säuselst du ihm in tiefer Tonlage und ganz ruhig euer Markerwort zu: “Eeeaaasyyyy”. Ich würde dabei Wörter mit mehr “O”s und weniger “I”-Tönen bevorzugen, aber das solltest du so machen, wie du dich wohl fühlst.

Irgendwann verbindet dein Hund das Gefühl der Entspannung mit den Berührungen und Wörtern und du kannst anfangen ihn damit aus leichten Erregungssituationen abzuholen. 🙂

Es gibt viele tolle Artikel (wie diesen von Frau Blaschke-Berthold), die sehr ausführlich auf den Aufbau von konditionierter Entspannung eingehen.

Boxentraining

Es kann eine tolle Sache sein, für deinen Hund einen Rückzugsort positiv zu belegen.

Dazu schafft ihr eurem Hund im besten Fall eine Art Höhle (eine Box, ein Zelt oder auch ein hoch umrandetes Körbchen). Die meisten Hunde fühlen sich am wohlsten, wenn der Platz etwas abseits vom Geschehen liegt, aber nicht komplett separiert. Da weißt du am besten, was deinem Hund gut tut!

Ziel ist übrigens nicht, den Hund in seiner Angst in die Box zu sperren, damit kann die Panik noch verstärkt werden! Wir wollen dem Hund einen Platz schaffen, an dem immer gute Dinge passieren: Es gibt dort Leckerchen, öfter mal einen Kauknochen und ähnliches. Außerdem gilt dort ein absolutes Ruhegebot: Ist dein Hund auf seinem Rückzugsort wird er nicht angefasst, geknuddelt oder grundlos angesprochen.

Mit der Zeit wird dein Hund immer lieber auf seinen Ruheplatz gehen. Es gibt natürlich auch Hunde, die sich aufspulen, wenn sie aufgeregt sind. Hier kann es durchaus hilfreich sein, den Hund auf seinen Platz zu führen, damit er runter kommt.

Vielleicht habt ihr schon einen solchen Platz?

 

Organisation des Abends

Wir haben Glück: Silvester fällt jedes Jahr auf den gleichen Tag und wir können uns schon früh darum kümmern, wie wir unseren Silvesterabend verbringen möchten.

Dabei stellen sich mehrere Fragen: Wie möchte ich gerne feiern und wo? Wie geht es meinrm Hund an Silvester? Und: Wie bekomme ich beides unter einen Hut und wo komme ich meinem Hund ein Stückchen entgegen?

Wo wird gefeiert und mit wem?

Wir haben mit Meeko einige Jahre Silvester einfach bei uns zuhause gefeiert. Wer mochte, durfte gerne vorbeikommen, wir haben gekocht, es uns gemütlich gemacht und zum Jahreswechsel angestoßen. Anschließend das Feuerwerk vom Balkon aus anschauen – einer von uns saß währenddessen mit Meeko auf der Fensterbank, ganz in Ruhe das Feuerwerk anschauen. Sicher hinter dem Glas. 🙂

Das war für uns immer eine gute Lösung. Seitdem Chris hier ist, fahren wir zu Silvestern immer weg; irgendwohin, wo es schön ruhig ist. Das liegt aber einfach daran, dass wir in der Hauptstadt im aboluten Knallgebiet wohnen und auch die Woche um Silvester herum sehr viel geknallt wird. Wäre es nur der Silvesterabend würde das inzwischen vermutlich schon ganz gut gehen.

Überlege dir also: Wieviel wird bei uns auch an den Tagen um Silvester geknallt? Kann ich das mit entsprechenden Spaziergängen umgehen?
Ist Besuch für meinen Hund in Ordnung oder kommt dann ein weiterer Stressfaktor dazu, den ich besser vermeiden möchte? Oder hilft es ihm vielleicht, weil mehr los ist und er sich nicht so auf das Feuerwerk konzentrieren kann?

Silvester ohne Hund

Wer unbedingt an Silvester feiern gehen möchte, sollte seinen Hund auf gar keinen Fall alleine lassen. Auch wenn er bislang gut mit Silvester klar gekommen ist: Dein Hund kann sich doch mal erschrecken und Angst bekommen. Dann sollte er nicht alleine sein.

Ein Hundesitter kann also eine gute Alternative sein. Hierbei ist es von Vorteil (gerade dann, wenn dein Hund zu Ängstlichtkeit an Silvester neigt) einen Sitter zu wählen, der deinen Hund  in solchen Ausnahmesituationen bereits kennt und ihn gut einschätzen kann. Vielleicht jemand, der ihn schonmal bei seiner Knallangst erlebt hat, beim Tierarzt oder in anderen angstmachenden Situationen.

Fühlt dein Hund sich zuhause am wohlsten und ist es mit dem Sitter möglich, ist der Optimalfall sicher das Aufpassen zuhause. Ist das nicht möglich (oder eher stressig für den Hund), ist es eine gute Sache, eine bekannte (möglichst muffige 😉 ) Decke mitzugeben, vielleicht einen Kauknochen oder ein Schnuffelspiel.
Erzähle dem Sitter ausführlich, welche Maßnahmen deinem Hund bei Angst helfen und was unbedingt vermieden werden sollte.

Urlaub auf dem Land

Bei Hunden, die massive Angst vor der Knallerei haben, kann eine “Flucht aufs Land” eine gute Option sein. Immer vorausgesetzt, der Hund hat mit dem Ortswechsel nicht mehr Stress als mit dem eigentlichen Silvester…

Wenn dein Hund aber Urlaube gewohnt ist und sich in fremder Umgebung gut einfindet, kann das Aufsuchen einer knallarmen oder sogar knallfreien Region Wunder wirken. So kann man die wenigen Knaller gut trainieren, der Hund kommt aber nicht so schnell in eine Sensibilisierung.

Gute Tipps sind einige Orte in den Niederlanden, aber auch Sylt, der Schwarzwald oder Brandenburgische Dörfer 😉 Im Zweifel einfach bei der Unterkunft mal nachfragen, wie der Silvesterabend in der Regel in der Nachbarschaft verläuft.

Wir fahren dieses Jahr nicht in die völlige Abgeschiedenheit, weil es mit Chris schon besser klappt, sondern einfach in eine etwas ruhigere Region als Berlin (was ja nicht sooo schwierig zu finden ist ;)). So bekommen wir einen schönen Urlaub und Chris genug Ruhe: Perfekt!

Tasso

Die meisten von euch werden es sowieso gemacht haben, aber man kann es nicht oft genug sagen: Schützt euren Hund, indem ihr ihn bei TASSO registriert. Schaut auch immer mal nach, ob eure Telefonnummer noch aktuell ist, damit man euch im Zweifel möglichst schnell erreichen kann. Es laufen um Silvester herum einfach zu viele Hunde weg, schaut noch einmal nach, ob eure Angaben bei TASSO noch stimmen. Better safe than sorry!

Hundemarke

Neben der Sicherung durch TASSO kann eine Hundemarke mit deiner Telefonnummer für einen schnelleren Anruf bei dir sorgen. Für das Auslesen des Chips muss schließlich erstmal ein Tierarzt oder Tierheim aufgesucht werden, während eine Marke bei Hunden, die sich von Fremden anfassen lassen, schnell abgelesen ist. So bekommst du deinen Hund früher zurück und brauchst dir vielleicht weniger lange Sorgen machen! Wir haben dafür diese Marken, die Gravur hält bei uns wirklich gut!

 

Unterstützende Mittel

Es gibt einige Hilfsmittel, von denen ihr ausprobieren könnt, ob sie eurem Hund helfen. Hier gilt wie bei den meisten Dingen: was dem einen Hund hilft, kann bei dem anderen Hund völlig wirkungslos sein. Probiert es einfach aus und findet die richtige Kombination für euren Hund. 🙂

Adaptil

Adaptil hieß früher D.A.P. und unter diese Reihe fallen verschiedene Produkte, die das Dog Appeasing Pheromone enthalten. Das ist ein Botenstoff, der dem Pheromon nachempfunden wurde, den Hundemütter ausschütten. Es soll Wohlbefinden vermitteln und für Entspannung sorgen.

Ich selbst habe sehr gute Erfahrungen mit Adaptil gemacht! Meeko trägt jetzt bereits seit einem Jahr durchgehend die Adaptil-Halsbänder und es tut ihm sichtlich gut. Er ist entspannter, lernt besser und kommt insgesamt besser klar. Allgemein ist der Einsatz von Adaptil bei Verhaltenstierärzten weit verbreitet und wirkt oft gut. Leider ist das Pheromon nicht bei allen Hunden gleich wirksam, da kommt es immer auf einen Versuch an!

Außer als Halsband ist Adaptil auch als Zerstäuber für die Steckdose und als Spray erhältlich. In meinem Bekanntenkreis erfreut sich der Zerstäuber dabei einer höheren Beliebtheit, weshalb ich im Zweifel auch dazu raten würde.

Um eine gute Wirkung um Silvester zu haben, sollte das Halsband spätestens zwei Tage vor ser Knallerei angelegt werden. Gleiches gilt für den Zerstäuber: mindestens einen Tag vorher in die Steckdose stecken.

Zylkene

Zylkene ist ein Ergänzungsfuttermittel, das präventiv vor absehbaren Stressperioden eingesetzt werden kann. Mit der Einnahme vor Silvester sollte also bereits zu Weihnachten begonnen werden.

Der Stoff, der für die Angstlösung verantwortlich sein soll, ist das Alpha-Casozepin, ein Extrakt aus Eiweiß. Die Erfahrungen mit Zylkene sind gemischt, einen Versuch ist es aber immer wert.

 

Thundershirt

Das Thundershirt oder das Anlegen anderer enger Stoffe an den Hund soll auf manche Hunde eine beruhigende Wirkung haben. Die Wirkung geht darauf zurück, dass die Hunde ihren Körper besser spüren; so wie wir Menschen uns in stressigen Situationen fest selbst umarmen, was der Hund so ja nicht tun kann. 🙂 Mit dem Thundershirt können wir unsere Hunde in leichten Angstsituationen unterstützen.

Vorsicht ist beim Thundershirt jedoch bei Hunden geboten, denen das Ratschen von Klettverschlüssen Angst macht! Gerade bei dem älteren, grauen Oberteil wird der Verschluss durch sehr große Klettverschlüsse gewährleistet: die müssen natürlich irgendwann wieder gelöst werden, um das Shirt auszuziehen. Wenn dein Hund davor Angst bekommt, ist die ganze beruhigende Wirkung dahin.

Bachblüten/Homöopathika

Ich sage es ganz ehrlich: ich halte nichts von Bachblüten und auch nicht von Homöopathika. Daher kann und möchte ich hier keine Empfehlungen geben.

Alkohol

Es ist recht weit verbreitet, seinem Hund zu Silvestern ein wenig Eierlikör zu geben oder ein anderes alkoholhaltiges Getränk, das der Hund gerne aufnimmt.

Ich möchte dringend davon abraten! Genau wie beim Menschen könnt ihr vorher nicht wissen, welchen Einfluss die Gabe von Alkohol auf den Gemütszustand eures Hundes haben wird. Außerdem gibt es hier keine erprobten Dosierungen – auch wenn manche Foren es einem suggerieren.

Medikamente vom Verhaltenstierarzt

Falls dein Hund extreme Angst an Silvester zeigt, kann die Gabe angstlösender Medikamente eine gute Möglichkeit aein, um den Abend gut zu überstehen. Wir müssen uns schließlich immer vor Augen führen: Jedes erneute traumatische Erlebnis an Silvester wird die Angst weiter verstärken!

In den letzten Jahren hat sich hier einiges getan. Früher wurden oft Medikamente eingesetzt, die den Hund zwar lähmten, sodass er äußerlich ruhig wirkte, die ihm jedoch nicht sie Angst nahmen. Man kann nur versuchen sich vorzustellen, wie es ist, in einer Situation völliger Angst auch noch gelähmt zu sein… Eine furchtbare Vorstellung!

Daher möchte ich an euch appellieren: Fragt euren Tierarzt, ob er sich mit den Medikamenten, Dosierungen und Besonderheiten der Wirkstoffe auskennt. Im Zweifel sucht bitte einen Verhaltenstierarzt auf, der Mitglied der GTVMT ist (hier findet ihr eine Liste). Diese Tierärzte sind auf Verhaltensprobleme spezialisiert und können euch bei der richtigen Behandlung (medikamentös und durch Training) unterstützen.

Fazit

Mit der richtigen Vorbereitung kann Silvester  mit Hund schon viel angenehmer werden! Stelle dich bereits im Vorfeld auf die Bedürfnisse deines Hundes ein und schaffe die Rahmenbedingungen, damit ihr beide ein möglichst gutes Silvester haben könnt!

An Silvester selbst helfen dann Gelassenheit, Schnuffelspiele oder Actionfilme (nächste Woche kommt der Artikel)! 😉


Wie bereitest du dich auf Silvester vor? Wie wirst du dieses Jahr den Jahreswechsel feiern?


SEMINAR-TIPP 2017:

Für alle Berliner habe ich an dieser Stelle einen Seminar-Tipp. Ulrike Seumel von der Hundeschule Dog It Right in Potsdam hält für mich im Oktober 2017 ein Praxis-Seminar zum Thema Geräuschangst beim Hund. Du kannst deinen Hund mitbringen und ihr könnt einen individuellen Übungsplan für euch erstellen.

Im theoretischen Teil lernst du,

  • wie du sofort deinem Hund bei Geräuschangst helfen kannst
  • wie du langfristig deinem Hund eine Strategie vermitteln kannst, damit es ihm auch ohne dich bei Gewitter und Knallern gut geht
  • wie du Angst vor Geräuschen bei deinem Hund vorbeugen kannst
  • was du Schritt für Schritt bis Silvester noch tun kannst

Im zusätzlichen Praxisteil trainierst du mit deinem Hund,

  • wie du deinem Hund hilfst Ängste unterwegs und zu Hause zu bewältigen
  • wie du das Beste aus schwierigen Situationen machst
  • welche Übungen generell sinnvoll sind, damit dein Hund mehr Selbstvertrauen bekommt

Hier geht es zum Seminar von Ulli Seumel. Ich würde mich freuen, euch dort zu sehen!

 

Der richtige Maulkorb

Leder, Plastik, Gitter – So findest du den richtigen Maulkorb für deinen Hund!

Du brauchst einen  Maulkorb für deinen Hund? Dann sei wählerisch!

Wenn du in das nächste Zoofachgeschäft gehst, wirst du in der Regel nur eine sehr begrenzte Auswahl an Maulkörben finden. Oft gibt es diese beigen und schwarzen Plastikmaulkörbe in merkwürdigen Größen und die Maulschlaufen. Das war es meistens auch schon…

Dabei gibt es so viel mehr Variationen und es braucht einen Moment, um herauszufinden, welche für den eigenen Hund die richtige ist.

Ich möchte dir hier einen Überblick über die verschiedenen Varianten geben. Es lohnt sich, das richtige Modell auszusuchen! 🙂

 

Das richtige Material und die richtige Form

Die beiden Kriterien für die Wahl des besten Maulkorbes für deinen Hund sind Material und Form.

Da gibt es die unterschiedlichsten Kombinationen, die zu den verschiedensten Einsatzgebieten und Vorlieben passen.

Und ja: Vorlieben gehören auch dazu! Ich bin der Meinung, dass ein Hund nicht zwingend aussehen muss wie der auferstandene Hannibal Lecter. 😉 Das KANN man so auswählen, aber es gibt zahlreiche andere Möglichkeiten.

Wie bei den meisten Dingen, gilt leider auch hier: Je ausgefallener und hübscher, desto teurer. Mal wieder eine Prioritätensache!

 

Nylon-Maulkörbe

Fangen wir mit den Nylonmaulkörben (oft auch Maulschlaufen genannt) an. Die kennt sicherlich jeder Hundehalter!

Sie werden oft (meiner Meinung nach völlig fehl am Platz) in Tierarztpraxen bereit gestellt und sind auch in beinahe jedem Laden zu finden, der Hundezubehör verkauft.

Warum? Ich habe keine Ahnung!

Ich kann mir kein Einsatzgebiet vorstellen, in dem die Maulschlaufe sinnvoll ist! Tut mir leid, liebe Herrsteller: Wenn mich jemand erleuchten kann, bitte eine Mail schreiben an me@querpfoten.de. Ich bin sehr gespannt!

Warum ich die Nylon-“Körbe” komplett ungeeignet finde? Ganz besonders für die Tierarztpraxis?

  1. Der Hund kann trotzdem beißen oder er kann nicht mehr hecheln

Ja, das ist leider so. Die Maulschlaufe ist eben nur eine Schlaufe, die vorne geöffnet ist. Darum wird der Hund nur dann am Beißen gehindert, wenn der Maulkorb so eng ist, dass der Hund das Maul nicht mehr öffnen kann.
Wenn dein Hund das Maul nicht mehr öffnen kann, kann er auch nicht mehr hecheln!

Findest du, dass das eine gute Voraussetzung für Stressituationen ist?

2. Die Schlaufe kann abgestriffen werden!

Vielleicht haben es einige von euch schon gesehen: Das Abstreifen der Maulschlaufe ist ziemlich einfach.

Das liegt vor allem daran, dass sie keinen Stirnriemen haben. Der ist aber unbedingt notwendig, wenn dein Hund vom Beißen abgehalten werden soll! Schon bei starren Maulkörben kann der Hund sich ohne Stirnriemen aus dem Maulkorb befreien, wenn er nicht in die Wangen drücken soll. Bei den weichen und biegsamen Schlaufen ist es nochmal leichter!

 

Gittermaulkörbe

Gittermaulkörbe (oder Drahtmaulkörbe) sind vermutlich erstmal der Klassiker in der Bissprävention.

Viele Modelle gibt es beispielsweise bei chic&scharf, wo auch Probepakete bestellt werden können. Dort gibt es auch Plastik- und Ledermaulkörbe!

Gittermaulkörbe sind besonders geeignet, wenn dein Hund andere Menschen oder Hunde wirklich beißen will. Da bietet das Gitter gepaart mit einem Stirnriemen (echt wichtig, auch wenn es den Hannibal Lecter Eindruck verstärkt) den richtigen Schutz.

Ein Plus gibt es noch obendrauf: Mit Hitze (z.B. einem Föhn) lässt sich der Korb noch ein wenig an die Kopfform des eigenen Hundes anpassen! So kann man den Komfort beim Tragen nochmal erhöhen!

Es ist allerdings auch Vorsicht geboten! Mit dem Gitter können andere Hunde immer noch relativ leicht verletzt werden. Beim Laufen in Gruppen, um korrektes Verhalten anderen Hunden gegenüber zu trainieren, solltest du daher ein Auge darauf haben.

 

Plastikmaulkörbe

Der Klassiker auf der Hunderennbahn! 😉 Sie werden den laufenden Hunden aufgesetzt, damit sie nicht in der Erregung aus Übersprungshandlung mal ins Gegenüber hacken.

Plastikmaulkörbe sind besonders leicht und bieten damit einen prima Tragekomfort. Es gibt sie mit Fressschutz (dann ist der vordere untere Teil geschlossen) oder natürlich auch ohne. Schöne Modelle gibt es zum Beispiel bei sofahund.at.

Der Nachteil: Sie halten ernsthaften Auseinandersetzungen nicht unbedingt stand. Bei Hunden mit Beschädigungsabsichten sind sie daher meistens nicht geeignet, fragen Sie da bitte gut nach, wie stabil das verwendete Plastik ist! Ich würde in dem Fall eher davon abraten.

 

Ledermaulkörbe

Ein Ledermaulkorb kann sowohl vor Bissverletzungen schützen als auch vor der Aufnahme von Giftködern.

Dabei gibt es allerdings ein Problem: Ist der Maulkorb dicht genug, dass keine Verletzungen entsehen können, hat der Hund sehr viel Leder ums Maul. Hier ist besonders bei warmem Wetter vorsicht geboten, da es sich im Maulkorbinneren aufheizen kann! Das Hecheln ist dann zwar bei guter Passform noch möglich, sorgt aber nicht für die nötige Abkühlung.

Daher würde ich im Zweifel eher zu einem anderen Material tendieren.

 

Biothane-Maulkörbe

Bunt und in allen möglichen Farbkombinationen: Da ist für jeden etwas dabei. Einen Namen gemacht hat sich hier vor allem Bumas,  eine Firma aus Österreich, die ihre bunten Maulkörbe inzwischen in die ganze Welt verschickt.

Der Vorteil an Biothane: Es ist super leicht, man kann es gut abwaschen und es ist stabil. Die Verletzungsgefahr ist außerdem sehr gering, weil es keine scharfen Kanten gibt, wie es beim Gittermaulkorb der Fall ist.

Der Nachteil: es ist nicht ganz günstig! Ein Maulkorb von Bumas zum Beispiel erreicht gerne mal einen Preis von um die 100 Euro. Ein stolzer Preis, der sich eher nicht lohnt, wenn dein Hund nur zwei Mal im Jahr auf der Bahnfahrt durch Deutschland einen Maulkorb braucht.

Wenn man aber bedenkt, dass manche Hunde ihn täglich tragen, fällt der Preis nicht mehr so sehr ins Gewicht.

Wir haben übrigens gerade heute morgen einen Bumas-Maulkorb für Chris ausgesucht, der bis in der kommenden Woche gefertigt wird. Ich freu mich schon soooo! Er wird übrigens braun mit grün!! 🙂

 

Halti (Vorsicht: KEIN Maulkorb!)

Weil es manchmal leider verwechselt wird: Ein Halti ist KEIN Maulkorb und kann diesen auch nicht ersetzen.

Mit einem Halti kann dein Hund noch immer beißen und er kann auch Futter aufnehmen. Es sollte zudem ausschließlich zu Trainingszwecken eingesetzt werden und nur in Absprache mit einem guten Trainer, weil sich hier einige Fehler einschleichen können.

 

Auf die Größe kommt es an (und die Form)

Jetzt haben wir uns für eine Maulkorb-Art entschieden (ich zum Beispiel für einen Maulkorb aus Biothane). Nun muss aber auf jeden Fall noch die richtige Größe her und die richtige Einstellung des Maulkorbes.

Beim Messen solltest du dich in jedem Fall nach den Angaben des Herstellers richten, bei dem du den Maulkorb aussuchst. Ich zeige dir hier aber einmal die gängigsten Messgrößen.

Du brauchst dazu ein ganz einfaches Maßband, wie du es vermutlich irgendwo in den Tiefen des Werkzeugkastens liegen hast. Das ist schön flexibel und man kann super damit alles ausmessen.

Wenn du nur ein starres Lineal oder einen Zollstock da hast, kannst du dir mit einem kleinen Trick behelfen: Nimm dir einen Strang Wolle oder ein anderes dünnes Garn und messe die Garnlänge nach dem Maß-nehmen am Lineal ab. Nur für das Ausmessen des Maulkorbes brauchen wir ja kein Maßband kaufen, oder? 🙂

  1. Umfang der Schnauze
    Den Schnauzenumfang misst du an der Stelle, an der später der Maulkorb aufliegen soll. Das ist die Stelle, die 1-3 Zentimeter vor den Augen liegt.  Bei Hunden, die eine sehr kurze Schnauze haben, liegt der Maulkorb tendentiell näher an den Augen als bei Hunden mit einer langen Schnauze.
    Je nach Maulkorbhersteller muss dann noch der eine oder andere Zentimeter dazu gerechnet werden, damit der Maulkorb auch richtig sitzt. Er soll ja nicht an der Schnauze eindrücken und auch das Hecheln ermöglichen, darf aber auch nicht abrutschen oder hin und her scheuern.
  2. Länge der Schnauze
    Von der Stelle, an der du den Schnauzenumfang gemessen hast, misst du als nächstes die Strecke bis zur Nasenspitze.
    Hier wird, je nach Hersteller, ebenfalls nochmal etwas Spielraum dazu gegeben. Die Nase soll schließlich nicht an den Maulkorb heranragen. Gleichzeitig stört ein zu langer Maulkorb, weil er unangenehm anfangen kann zu schlackern und die Kopfform nicht mehr proportional ist. Im Zweifel sollte der Maulkorb jedoch lieber einen Ticken zu lang als zu kurz sein.
  3. Tiefe der Schauze
    Für manche Maulkörbe ist auch die Tiefe der Schnauze interessant. In ein vollständiges “Schnauzenprofil” gehört sie in jedem Fall dazu. 🙂
    Du misst dazu an der Stelle, an der der Maulkorb aufliegen soll, die “Höhe” der Schnauze in geschlossenem Zustand

Je nach Hersteller können auch noch weitere Angaben interessant sein. Mit diesen drei Basics wirst du aber immer schon eine Auskunft bekommen, welcher Maulkorb geeignet sein könnte.

Anschließend hilft sowieso nur: Ausprobieren und sehen, ob es insgesamt gut passt! Jede Kopf- und Schnauzenform ist ein wenig anders! Die meisten Maulkörbe sind entweder auf Schäferhundartige Schnuten ausgelegt oder auf Windhunde. Besonders für die kurzschnauzigen Rassen ist es oftmals sehr schwierig einen gut sitzenden Maulkorb zu finden. Da ist die Maßanfertigung häufig die richtige Wahl! 🙂

Übrigens: Der Maulkorb im Titelbild passt nicht gut! Man sieht, dass er in die Augen rutscht und einfach zu groß ist. Zum Üben und für das Bild hat es aber erstmal gereicht. 😉

 

Fazit

In dem Wust aus unterschiedlichen Maulkorb-Modellen den richtigen Korb für deinen Hund herauszusuchen ist gar nicht so einfach!

Was du auf jeden Fall wissen solltest:

  • Stirnriemen ist für Hunde ein Muss, wenn sie beißen wollen!
  • Soll der Hund vom Fressen abgehalten werden, sollte der Maulkorb sehr engmaschig sein oder eine Platte im unteren Bereich eingelassen haben
  • Nylon-Maulkörbe gehen gar nicht!
  • Ein Halti ist kein Maulkorb!

Meine Favoriten sind der Gittermaulkorb und der Maulkorb aus Biothane. Für unterschiedliche Bedürfnisse und Ansprüche an die Optik ist hier für jeden das richtige dabei! Für kleinere Hunde kann auch ein Maulkorb aus Plastik gute Dienste leisten