Tierarzt mit Hund

Mit Decke zum Tierarzt – damit alles leichter klappt

Es gibt viele Möglichkeiten, deinem Hund beim Tierarztbesuch mehr Sicherheit zu geben. Eine ganz einfache Sache möchte ich euch heute ans Herz legen: Eine Flauschematte oder eine Decke!

 

Wofür ist so eine Decke gut?

Gerade für unsichere Hunde kann ein vertrauter Platz ein Segen sein, wenn alles um sie herum stressig ist.

Übungen zuhause

Zuhause kann die Decke in alle Übungen rund um den Tierarzt einbezogen werden: Auf dem Tisch sitzen, Ohren gucken lassen, Pfoten geben, auf die Seite legen… der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Alle eher unüblichen Situationen könnt ihr zuhause schonmal üben – dann sind sie weniger “komisch”, was beim Tierarzt schon gut helfen kann.

Während der Übungen sollte der Hund immer entspannt bzw. in einem guten Arbeitsmodus sein, sodass er die Decke als einen guten Platz wahrnimmt. So nimmt die Decke vertraute Gerüche an und wird mit etwas Schönem in Verbindung gebracht: Training, Leckerlis, Aufmerksamkeit.

In der Praxis

In der Tierarztpraxis kann mit der Decke schon im Wartezimmer ein Platz für den Hund geschaffen werden, der somit klar begrenzt ist und außerdem vertraut ist. Hier fällt vielen Hunden das Warten etwas leichter.

Wichtig ist, dass der Hund auf seinem Platz von anderen Hunden und Menschen in Ruhe gelassen wird. Das gilt natürlich auch für Hunde, die ohne Decke im Wartezimmer warten 😉

Im Behandlungsraum kann die Decke am Untersuchungsort ausgebreitet werden – auf dem Tisch oder auf dem Boden (je nach Größe des Hundes). Hier zahlt es sich aus, eine Anti-Rutschmatte gewählt zu haben (wie z.B. von Vetbed, so eine haben wir), weil diese bei hektischen Bewegungen nicht gleich verrutscht. Das wird auch die Bereitschaft des Tierarztes erhöhen, die Decke auf seinem Tisch zuzulassen – sorgt sie für eine große Rutschpartie, wird er weniger begeistert sein 😉

Welche Decken sind geeignet?

Grundsätzlich sind dabei alle Decken geeignet, die dir und deinem Hund zusagen.

Im Optimalfall sollten folgende Eigenschaften erfüllt sein:

  1. Sie ist waschbar
    Denn nach dem Besuch beim Tierarzt sollte die Decke unbedingt in die Maschine und möglichst heiss gewaschen werden – sicher ist sicher.
  2. Sie ist rutschfest
    Beim Tierarzt ist eben trotz jeder Übung alles etwas aufregender als zuhause. Eine rutschige Decke kann da schon unangenehm werden und eher zu Verunsicherung als zu Sicherheit beitragen.
  3. Sie ist groß genug für euren Hund
    Eigentlich klar: Eine Briefmarken-große Decke für die Dogge ist wenig hilfreich 😉
    Allerdings: Eine 2×2 Meter große Decke für den Pinscher könnte ebenfalls eher unpraktisch sein…
  4. Sie lässt sich gut transportieren
    Wenn die Decke mit zum Tierarzt soll, sollte sie nicht allzu viel Raum einnehmen beim Transport – sonst lässt man sie im Zweifel ja doch zuhause. Also vielleicht nicht die super-dicke Kuschelflauschdecke nutzen….

Fazit

Für viele Hunde ist das Training auf einer flauschigen Matte eine absolute Erleichterung, wenn es dann ernst wird und der Tierarztbesuch ansteht. Sowohl im Wartezimmer als auch auf dem Behandlungstisch können durch die Decke vertraute Verhaltensmuster oft leichter abgerufen werden und positive Gefühle geweckt werden, die mit der Decke verbunden sind.

Es ist natürlich kein Wundermittel, kann aber sehr gut unterstützend wirken.

 


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Schokolade Hund

Ist Schokolade für den Hund giftig?

 

“Schokolade Hund giftig” – ein gern genommener Suchbegriff bei Google in der Oster- und Weihnachtszeit. 🙂

Und ich beantworte direkt die Frage: Ja, Schokolade enthält einen für Hunde giftigen Stoff. Dabei gilt wie immer: Die Dosis macht das Gift!

Ich zeige euch, wann Panik angebracht ist – und wann ihr entspannt die nächste Schokoladenpraline essen könnt.

 

Warum ist Schokolade giftig?

TheobrominSchokolade enthält den Stoff Theobromin, der eine sympathomimetische Wirkung hat. Das heißt: Er aktiviert den Teil der Nervensystems, der für hohen Blutdruck, hohe Herzfrequenzen und eine grundsätzliche Erhöhung des Leistungsvermögens verantwortlich ist.

Jetzt denkt ihr vielleicht: Super, das hört sich doch eher positiv an. Und ihr habt recht: Unser Körper braucht diesen Teil des Nervensystems, damit wir auf Wettkämpfen die volle Leistung bringen können oder vor einem Angreifer mit allen unseren Energiereserven fliehen können.

Jetzt kommt das große Aber: Das gilt nur in einem bestimmten Rahmen und für einen kurzen Zeitraum. Theobromin kann (in entsprechenden Dosen) jedoch zu einer Überaktivierung des sympathischen Nervensystems  führen. Außerdem braucht es viele Stunden, bis der Stoff vom Körper abgebaut werden kann, sodass der Körper über mehrere Stunden in absoluter Alarmbereitschaft verbleibt und sich völlig verausgabt. In Folge kann es dann zu Atemstillstand, Herzversagen oder stark erhöhter Temperatur kommen – das kann tödlich sein.

Wirkmechanismus von Theobromin

Theobromin wird über die Darmwand beinahe vollständig aufgenommen und erreicht seinen höchsten Blutspiegel nach 2-4 Stunden – daher sollte schnell gehandelt werden, bevor sich der giftige Stoff im Hund ausbreiten konnte!

Die Plasmahalbwertszeit ist dabei mit 18 Stunden sehr lang. Das bedeutet: Nach 18 Stunden ist die Hälfte des in den Blut abgegebenen Stoffes erst abgebaut. Dadurch haben wir eine recht lange Belastung des Körpers, wenn wir nicht schnell genug handeln.
Als Vergleich: Koffein hat eine Plasmahalbwertszeit von nur ca. 3 Stunden.

Theobromingehalte

  • Bitterschokolade hat einen Theobrominanteil von 30mg pro Gramm Schokolade. Bei einer 100g-Tafel kommen wir auf 3000mg Theobromin!!! Das kann für viele Hunde tödlich enden und auch die ganz Großen in Gefahr bringen.
  • Vollmilchschokolade hat immerhin noch 2,5mg pro Gramm aufzuweisen. Bei einer 100g-Tafel sind das bereits 250mg Theobromin – für einen Irischen Wolfshund nicht unbedingt gefährlich, für meine Hunde aber sicher schon unangenehm und für einen Prager Rattler sicher kritisch!

Die Dosis macht das Gift

Um anzugeben, wie giftig ein Stoff ist, wird der Wert LD50 herangezogen. LD50 bedeutet “Letale Dosis 50” und beschreibt die Menge eines Stoffes, die die Hälfte der Tiere (50%) tötet, wenn es verabreicht wird. Bei Theobromin schwanken die Angaben hier zwischen 100mg pro kg Körpergewicht und 500mg pro kg Körpergewicht.

Vergiftungserscheinungen können aber schon bei deutlich geringeren Dosen auftreten. Ab 20mg pro kg Körpergewicht sind Symptome möglich.

Ihr könnt ja mal für euren Hund ausrechnen, wie viel Schokolade er fressen müsste, damit die ersten Symptome auftreten (20mg/kg) und wie viel Schokolade er für eine potentiell tödliche Dosis fressen müsste (100mg/kg). So habt ihr eine ungefähre Vorstellung davon, wann es für euren Hund gefährlich wird.

 

Symptome

Ich habe oben ja schon kurz auf die Wirkung des Theobromin hingewiesen. Es aktiviert den Sympathikus – den Teil des Nervensystems, der für “Fight or Flight” (also: Flucht oder Kampf) zuständig ist.

Durch die starke Aktivierung kann es also zunächst unter anderem zu Durchfall, Unruhe, Fieber und Muskelzittern kommen.

Ein tödlicher Ausgang ist in der Regel auf Herzversagen, Atemstillstand oder erhöhte Körpertemperatur zurückzuführen.

Ist jede Schokolade “gleich giftig”?

Nein, es kommt auf den Kakaoanteil an!

Je höher der Kakaoanteil in der Schokolade, desto mehr Theobromin ist enthalten. Weiße Schokolade ist daher so gut wie unbedenklich, während die 80%-ige Zartbitterschokolade schnell gefährlich werden kann.

 

Es ist passiert: Die Schokolade ist im Hund

Ganz ehrlich: Das ist auch mir schon passier! 🙁 Leider.

Da habe ich doch mal über Nacht den Schokoteller auf dem Wohnzimmertisch gelassen. Geht normal keiner ran, auch in dieser Nacht nicht. Aber während ich dann am nächsten Tag in einer Fortbildung saß, rief mein armer (leicht panischer) Freund an: Chris hat den ganzen Teller Schokolade gefressen…

Es sei nochmal gesagt: Frisst eine Dogge eine kleine Schokopraline, wird nichts passieren. Frisst ein kleiner Chihuahua dieselbe Praline und sie ist aus Zartbitter ist dagegen Alarm angebracht.

Ab zum Tierarzt!

Da gilt es: Nicht lange fackeln und ab zum Tierarzt!

Hier werdet ihr ein Brechmittel für euren Hund bekommen, damit der Mageninhalt schnell wieder entleert wird. Wenn ihr schnell seid und euer Hund innerhalb von 1-2 Stunden beim Tierarzt behandelt werden kann, ist das in der Regel schon ausreichend.

Auch Aktivkohle kann helfen, die Stoffe im Kot zu binden, sodass nicht so viel aus dem Darm aufgenommen wird. Infusionen helfen das Blut zu verdünnen und so die Symptome abzumildern und die Ausscheidung über die Nieren zu verstärken.

 

Mein Rat

Ich würde euch empfehlen: Rechnet euch einmal aus, welche Dosen für euren Hund gefährlich werden können. Ist der Fall eindeutig (hat z.B. der Schäferhund ein Überraschungsei gegessen (ohne das Plastik natürlich 😉 ), könnt ihr vermutlich beruhigt sein.

Im Zweifel sucht aber lieber einmal zu oft den Tierarzt auf und lasst ihn über das weitere Vorgehen entscheiden!

Und: Genießt eure Schokolade! 🙂 Ich mache mir jetzt erstmal einen Kakao…

Hund aus dem Tierschutz

[Blogparade Tierschutz] Ein Hund aus dem Tierschutz – Tipps für die Suche

Ich bin dem Ruf von Julia von Light it up gefolgt und leiste hiermit meinen eigenen Beitrag zu der von ihr ins Leben gerufenen Blogparade “Tierschutz” 🙂

Wenn wir auf der Suche nach einem neuen hündischen Begleiter sind, stellt sich für uns alle die gleiche Frage: Woher soll der Hund kommen?

Dabei haben wir mehrere Optionen: Züchter, Tierschutz, Privatabgaben, Vermehrer, “Ups-Wurf” von nebenan…

Von Vermehrern und “Ups-Würfen”, deren Halter man nicht gut kennt, würde ich prinzipiell abraten. Wenn es ein Welpe sein soll, sucht euch einen guten Züchter oder eine Tierschutzorganisation, die nicht nur Welpen anbieten.
Wer auf der Suche nach einem erwachsenen Hund ist (was ich sehr empfehlen kann 🙂 ), der kann bei Züchtern, im Tierschutz oder bei Privatabgaben fündig werden.

Ich habe mal ein paar Tipps zusammengefasst, um einen passenden Hund aus dem Tierschutz zu finden.

 

1. Die Auswahl der Organisation

Egal ob Ausland oder Inland: Der Tierschutzverein, von dem man seinen Hund adoptieren möchte, sollte gut ausgewählt sein. Ich finde das den wichtigsten Schritt – wer sich einen guten Verein sucht, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit einen passenden Hund für sich finden! 🙂

Dabei finde ich wichtig darauf zu schauen, welche Tiere der Verein anbietet, wie gut die Beschreibungen der Vermittlungstiere sind, welche sonstigen Tierschutzmaßnahmen durch den Verein getroffen werden und wie gut ihr mit euren Problemen ernst genommen und aufgeklärt werdet.

Angebot

Hier ist mir besonders ein Punkt wichtig, den man bei manchen Organisationen im Auslandstierschutz beobachten kann:
Die Altersstruktur sollte durchmischt sein! Es ist für mich absolut unseriös beinahe ausschließlich Welpen und Hunde unter einem Jahr zur Vermittlung anzubieten. Klar: Manchmal sind mehr junge Hunde dabei und manchmal weniger – und junge Hunde werden einfach besser vermittelt. Das sehe ich ein. Allerdings bin ich sehr vorsichtig, was den Handel mit Welpen angeht und es drängt sich teilweise der Verdacht auf, dass es nicht dem Zufall geschuldet ist, dass kontinuierlich Nachwuchs nachkommt…

Das betrifft natürlich nicht alle Vereine, die viele junge Hunde im Programm haben – ich rate aber dennoch zu einer gesunden Skepsis und im Zweifel zu einem anders aufgestellten Verein.

Beschreibungen der Hunde

Mir sträuben sich die Nackenhaare, wenn ich die Mitleid-heischenden Texte mancher Organisationen oder Tierheime lese. Kein Wort von möglichen Problemen, keine realistischen Einschätzungen – nur auf die Tränendrüse drücken. Von solchen Organisationen würde ich auf jeden Fall Abstand nehmen!

Ich finde wichtig, dass (so gut wie möglich) auf folgende Punkte eingegangen wird:

  • Wirken die Beschreibungen der Hunde auf euch realistisch?
  • Werden konkrete problematische Verhaltensweisen genannt?
  • Gibt es generische Textbausteine oder hat jeder Hund eine ganz individuelle Beschreibung?
  • Gibt es Informationen zu alltäglich wichtigen Dingen?
    Dazu gehören: Alleine bleiben, das Leben in der Wohnung, Straßenverkehr, öffentliche Verkehrsmittel, Jagdtrieb, Kompatibilität mit Katzen oder Kleinkindern, Verhalten gegenüber anderen Hunden.
  • Wird eine gewisse Tendenz zu Anforderungen an den adoptierenden Menschen aufgezeigt?

Sollte die Beschreibung euch zu kurz erscheinen: Ruft einfach mal an. Wenn euch am Telefon dann ausführlich Auskunft gegeben werden kann, ist das ein gutes Zeichen.

Tierschutz-Maßnahmen

Das ist ein Punkt, der hauptsächlich auf den Auslandstierschutz zutrifft. Ich bin kein Freund davon, ungeordnet Hunde nach Deutschland zu bringen – sowohl aus verhaltensmedizinischer als auch aus infektionsepidemiologischer und gesellschaftlicher Sicht.

Tierschutz sollte im besten Fall eine Änderung des Umgangs mit Tieren im jeweiligen Land anstreben – einfach alle Tiere von der Straße zu fangen kann da sogar eher das Gegenteil bewirken und hilft nicht bei der Ausbildung eines anderen ethischen Verständnisses gegenüber den Tieren.

Aber auch in deutschen Tierheimen finde ich es (hat man die Wahl) interessant zu schauen: Gibt es Training mit den Hunden? Werden Interessenten über gängige Vorurteile z.B. gegenüber sogenannten Kampfhunden aufgeklärt? Denn: Auch das ist aktiver Tierschutz!!

Aufklärung

Zum einen ist – wie schon erwähnt – die korrekte Charakter- und Verhaltensbeschreibung eines Hundes unerlässlich, der zur Vermittlung steht. Da gibt es meiner Meinung nach auch keine Ausnahmen: Der Interessent muss unbedingt über alle gezeigten Verhaltensweisen aufgeklärt werden und auch über alle Informationen, die von den Vorbesitzern vorliegen.

Und dabei meine ich nicht “wirkt unsicher” – das ist zwar nett, aber zumindest auf Nachfrage möchte ich, dass mir der Mitarbeiter das beschreiben kann: Welche Verhaltensweisen zeigt der Hund als Reaktion auf welche Situationen?

Gleichzeitig sollten die Auswirkungen einer Aufnahme mit dem Interessenten gut besprochen werden. Dabei möchten wir als Interessenten trotzdem wertgeschätzt werden – auch das dürfen wir verlangen.

 

2. Die Auswahl des Hundes

Die Auswahl des richtigen Hundes ist nicht “tierschutzspezifisch”, ich möchte aber kurz auf die wichtigsten Punkte eingehen, die geklärt sein sollten, um den passenden Begleiter auszuwählen.

  1. Soll der Hund euch täglich durch die Stadt und vielleicht sogar auf die Arbeit begleiten?
  2. Sind kleine Kinder vorhanden oder geplant?
  3. Was soll mit dem Hund unternommen werden?
  4. Ist alleine bleiben ein Muss?
  5. Lebt bereits ein anderer Hund im Haushalt oder ist das geplant?
  6. Gehören öffentliche Verkehrsmittel zur Routine?
  7. Welche Hunderassen sind im eigenen Wohnort bzw. im Mietshaus erlaubt?
  8. Sollte der Hund Hundewiesen-tauglich sein oder braucht es nicht unbedingt den Kontakt zu vielen anderen Hundehaltern?

Das ist nur mal eine Auswahl an Fragen, die man sich stellen könnte. Wenn ihr diese Antworten dann (mit evtl. noch optischen Vorlieben – aber die sollten hinten anstehen) an eine gute Organisation eures Vertrauens oder an das örtliche Tierheim weitergebt, solltet ihr bald einen passenden Begleiter finden. 🙂

Ich bin übrigens bei der viel beschrienen “Chemie“, die stimmen muss, ein wenig vorsichtig. Ja, ein Hund sollte mir nicht komplett unsympathisch sein. Aber was nutzt die tollste Chemie, wenn der Hund nicht zu mir passt? Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich die Hunde, die nach meinen Vorstellungen in den Haushalt passen würden, auch immer gemocht habe. Seid hier einfach ehrlich zu euch und zu den Vermittlern.

Und im Zweifel: Besucht den möglichen Kandidaten eben ein paar Mal und schaut, ob ihr euch erwärmen könnt. Ist das gar nicht der Fall: Finger weg. Aber ich bin da ganz guter Dinge 🙂

 

Fazit

Wenn ihr bei den Vorüberlegungen darauf gekommen seid, dass ihr euch mit einem Tierschutzhund glücklich schätzen würdet (und die gibt es ja einfach in allen Facetten), dann beachtet folgendes:

Sucht euch eine gute Organisation, die

  • transparent arbeitet
  • individuelle Verhaltensbeschreibungen der Hunde bietet (ohne Tränendrüse!)
  • euch gut aufklärt und ernst nimmt
  • den Tierschutz im jeweiligen Land voranbringt (bei Auslands-Organisationen)

Und dann gebt eure Anforderungen und Wünsche weiter, die ihr an euren neuen Begleiter habt. 🙂

Und: Ihr müsst euch natürlich nicht nur für eine Organisation oder ein Tierheim entscheiden. Stellt euch ruhig breiter auf, aber eben mit offenen Augen und bewusst ausgewählt. 🙂 In diesem Sinne: Viel Erfolg bei der Suche!

 

Die anderen Teilnehmer der Blogparade

Schaut auf jeden Fall auch mal bei den anderen Teilnehmern vorbei! 🙂 Wir schreiben über ganz unterschiedliche Aspekte – da ist sicher für jeden etwas spannendes dabei:

14.03. Julia von Light it up mit einem Interview einer aktiven Tierschützerin

15.03. Tamara von The Fantastic World Of Mine – eine Auseinandersetzung mit dem für ein Foto gestorbenen Delfinbaby

16.03. Renesmee  von Realitätswunder stellt die Tierschutzorganisation “Notfellchen” vor

20.03. Sabrina von Unkonform zeigt, wie man echten von künstlichem Pelz unterscheidet

23.03. Anna von WHEN ANNA

24.03. Alina von The Little Diamonds

25.03. Tenzi von Realitätswunder

Tierheim

[Studie] Hunde im Tierheim sollen einheitlich beurteilt werden

Heute geht es um die Studie “Behavioral evaluations of shelter dogs: Literature review, perspectives and follow-up within the European member state’s legislation with emphasis on the Belgian situation” von Haverbeke et al., die sich die Frage gestellt haben:

Wie ist es um die Verhaltensbeurteilung von Hunden im Tierheim  bestellt? Gibt es bereits ein einheitliches System und wie handhaben es die EU-Länder?

 

Was wurde begutachtet?

Für die Studie wurde die wissenschaftliche Literatur zu Verhaltenstests durchgesehen und nach Standardisierung, Verlässlichkeit und Aussagekraft untersucht.

Außerdem wurde eine Umfrage per Mail und Telefon gestartet, in der 27 EU-Mitgliedsstaaten zu ihren rechtlichen Rahmenbedingungen befragt wurden.

In den belgischen Tierheimen wurde zusätzlich noch eine Umfrage zu den dortigen Gewohnheiten durchgeführt.

Welche Tests eignen sich?

Es wurden in den letzten 25 Jahren einige Studien veröffentlicht, die ein System präsentiert haben, mit dem man das Verhalten von Tierheimhunden vergleichbar (!) einschätzen können soll. Laut den hier vorgenommenen Auswertungen ist davon nur eine Methode geeignet.

Der Test von Valsecchi et al., 2011 hat sich als durchführbar, zuverlässig und aussagekräftig erwiesen. Dabei wird nicht – wie bei anderen Testverfahren – nur eine Eigenschaft des Hundes (z.B. Aggression) untersucht, sondern verschiedene Aspekte wie Verspieltheit, Verhalten an der Leine, Sozialverhalten dem Menschen gegenüber, Verhalten im Zwinger oder Reaktivität. Hier braucht es nun weitere Studien, die eine größere Stichprobe heranziehen.

Was ist noch interessant?

Ich fand besonders interessant, dass so eine große Diskrepanz zwischen wissenschaftlichen Erkenntnissen und der Wirklichkeit in den Tierheimen herrscht.

In keinem der betrachteten 51 Tierheime in Belgien wurde das Verhalten der Hunde ganzheitlich betrachtet: Vor der Aufnahme, im Tierheim selbst und nach der Abgabe. Das wäre aber umso interessanter, um die Bedingungen nachhaltig zu verbessern und die Angaben über die Hunde genauer gestalten zu können, damit passende Hund-Halter-Gespanne gebildet werden können.
Gerade die Beobachtung in der gewohnten Umgebung vor der Abgabe kann wertvolle Hinweise über das Verhalten des Hundes geben.

Ressourcen im Tierheim sind knapp – trotz guten Willens

Zwar möchten die Tierheime eine reproduzierbare Möglichkeit der Verhaltensbeurteilung an die Hand bekommen, dazu wollen die allermeisten jedoch keine Zeit investieren. Das ist natürlich ein absolutes Paradoxon – ohne Schulung der Helfer können wir die Vermittlungsquoten nicht verbessern. Leider fehlen vielen Tierheimen die Zeit und das Geld, um ihre Mitarbeiter gut schulen zu können.

Bei der Befragung der Mitarbeiter der Tierheime zu ihren Qualifikationen kam die folgende Verteilung der Antworten raus:

  • 33 % haben sich ihr Wissen selbst beigebracht
  • 10 % haben Literatur gelesen
  • 6 % haben im Ausland eine Ausbildung gemacht
  • 2 % haben sich durch Weitergabe der gebräuchlichen Umgangsweisen Wissen angeeignet
  • 49 % haben nicht geantwortet und wussten nicht, woher ihr Wissen kommt

Grade die 49 % finde ich erschreckend: Es spricht nichts gegen das Selbststudium, wenn man gute Quellen heranzieht. Aber es wird doch der Eindruck erweckt, dass in den befragten belgischen Tierheimen ein großer Bedarf an Weiterbildung besteht!

 

Was kann im Tierheim getan werden?

Es gibt zudem viele Studien, die (völlig nachvollziehbar) den Einfluss von Beschäftigungsmaßnahmen für die Hunde aufzeigen: Regelmäßiger Kontakt zu Menschen reduziert den Stress der Tierheimhunde. Und auch Training ist sinnvoll: Schon kleine Trainingssequenzen von 10 Intervallen können genutzt werden, um Grundkommandos einzuüben wie “Sitz”, die dann nachweislich auch auf andere Situationen außerhalb des Tierheims übertragen werden können.
Auch das Üben des ruhigen Vorbeilaufens an anderen Hunden an der Leine kann sehr hilfreich für den Hund sein und seine Chancen auf eine Adoption erhöhen.

 

Fazit: Der Gesetzgeber ist gefragt

Es ist unbedingt notwendig, dass auf wissenschaftlicher Ebene sowie auf nationalem und EU-Level Maßnahmen überlegt werden, wie eine vergleichbare und fundierte Beurteilung des Verhaltens von Tierheimhunden möglich werden kann.

Außerdem sollte die Lücke zwischen Realität und wissenschaftlichen Ergebnissen geschlossen werden: Mehr Mitarbeiter in den Tierheimen, die besser geschult sind, würden erheblich zu einer besseren Beurteilung und Vermittlung der Tiere beitragen.

 


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Krallen schneiden beim Hund

Krallen schneiden beim Hund – finde deine Methode

Zum Krallen schneiden beim Hund haben sicher viele Halter ihre Geschichte zu erzählen.

Das Krallen schneiden war bei uns ein großes Thema. In guter Tierarzt-Manier habe ich immer fleißig mit der Krallenschere hantiert, da fing es auch schon mal an zu bluten, aber da muss mein Hund eben durch. So dachte ich. Meeko hat das anders gesehen und fand die Prozedur irgendwann gar nicht mehr lustig – er wurde richtig böse. Und ich muss zugeben: Zurecht!

Wie viele andere Tierärzte und auch manche Tierhalter bin ich einfach viel zu grob an die Sache ran gegangen und habe nicht darauf geachtet, wie es meinem Hund dabei geht. Die Quittung habe ich bekommen: Sobald ich irgendeinen Gegenstand in der Hand hielt, durfte ich die Pfoten nicht mehr festhalten. Sofort wurden alle Gliedmaßen eingezogen und weggelaufen. Wenn das nicht ging, wurde gedroht ud abgeschnappt.

Ich habe dann versucht das Krallenschneiden neu aufzubauen – ganz kleinschrittig mit vielen Leckeres. Hat super funktioniert, aber irgendwann muss man dann ja doch schneiden. Und zack: Alle Arbeit umsonst, Hund hat wieder Panik, von vorne anfangen.
Das Spielchen haben wir dann ein paar Mal gemacht und einige Wochen reingesteckt bis ich entschieden habe: So geht es nicht, wir brauchen eine Alternative!

Kommt dir bekannt vor? 😉

Das Krallen schneiden beim Hund muss dabei gar nicht unbedingt mit der Krallenzange passieren!

 

Welche Alternativen gibt es denn überhaupt?

Zur herkömmlichen Krallenschere gibt es viele Alternativen. Da kommt es wie immer ganz auf deinen Hund an, welche Methode die beste ist, damit er entspannt bleibt.

Ich habe mal die Vor- und Nachteile der verschiedenen Methoden zusammengestellt, mit denen die Krallen beim Hund gekürzt werden können. Da ist sicher für jeden etwas dabei 🙂

Der Dremel

Eine Möglichkeit die Krallen zu wetzen ist der Dremel. Hier gibt es Aufsätze, die gut zum Abschleifen von Hundekrallen geeignet sind (wir haben zum Beispiel so einen zylinderförmigen  benutzt).

Vorteil: Das Krallenhorn kann Stück für Stück gekürzt werden und das für viele Hunde unangenehme “Klipsen” der Krallenschere fällt dabei weg. Man hat eine gute Kontrolle über die Masse des Horns, die man abnimmt. Es geht mit ein bisschen Übung auch sehr schnell.

Nachteil: Das Vibrieren und die Geräuschkulisse sind nichts für jeden Hund. Vorsicht ist außerdem bei langen Pfotenhaaren geboten: Wenn diese sich im drehenden Kopf des Dremel verfangen, tut das weh und kann dann doch auch für ein unangenehmes Erlebnis sorgen. Der Dremel ist zudem recht teuer.

Geeignet für: Wenig geräuschempfindliche Hunde, die sich gut an die Vibration gewöhnen. Die Menschen des Hauses sollten entweder dem Geld nicht böse sein oder handwerklich engagiert, sodass der Dremel auch an anderer Stelle Verwendung findet. 🙂

Die Wetzmatte

Ähnlich wie bei Katzen, können wir auch unseren Hunden Matten aus Schleifpapier zur Verfügung stellen und ihnen beibringen auf Kommando ihre Pfoten auf der Matte zu wetzen.

Vorteil: Es ist kostengünstig und ein lustiger Trick, der viel Spaß machen kann beim Aufbau und beim Benutzen.

Nachteil: Macht der Hund eher unkontrollierte Bewegungen, kann es zu Verletzungen der Krallen kommen – hier muss beim Aufbau gut aufgepasst werden.

Geeignet für: Trickbegeisterte Hund-Halter-Teams, deren Hunde dabei nicht zu sehr aufdrehen, sondern konzentriert “arbeiten” , damit die Krallen keine Risse bekommen.

Das kann dann z.B. so aussehen wie hier bei Dog it right:

Die Krallenschere

Die Krallenschere (auch Korallenzange genannt – was sicher das korrektere Ausdruck ist 😀 ) ist sicher die am häufigsten genutzte Methode, um Krallen beim Hund zu kürzen. Tierärzte benutzen in der Regel ausschließlich diese Methode, weil sie schnell geht und effizient die Krallen kürzt.

Vorteil: Die Krallenschere ist recht kostengünstig und man bekommt sie an jeder Ecke zu kaufen. Das Prozedere geht sehr schnell.

Nachteil: Man läuft schnell Gefahr etwas zu viel Horn abzunehmen und Blut- und Nervenbahnen zu treffen. Außerdem sind die Scheren nur selten richtig scharf, sodass das Krallenhorn gequetscht wird, was viele Hunde sehr unangenehm finden.

Geeignet für: Hunde, die noch keine schlechten Erfahrungen mit der Krallenschere gemacht haben – leider ist es oft schwer Gelassenheit wieder herzustellen, wenn sich schon Panik eingestellt hat. Für Hunde, die mit dem Festhalten und längeren Manipulationen (noch) Probleme haben, ist es auch eine gute Alternative.

Feilen

Eine herkömmliche grobe Feile  ist mein persönlicher Favorit für Hunde, die schon schlechte Erfahrungen mit dem Krallen schneiden gemacht haben.

Vorteil: Es macht keine Geräusche, die Anschaffung ist sehr günstig (für kleine Hunde reicht auch eine herkömmliche Feile, die wir in der Regel eh zuhause haben). Außerdem ist die Gefahr sehr gering, dass zu tief gefeilt wird.

Nachteil: Es dauert am längsten im Vergleicht mit den anderen Methoden.

Geeignet für: Super geeignet für Hunde, die schon schlechte Erfahrungen gemacht haben. Eine gute Beschäftigung für Fernsehabende: Hund neben sich legen oder setzen und bei der neuen Staffel von “Game of Thrones” gemütlich die Krallen wetzen… 🙂

 

Generelle Tipps für das Krallen kürzen

Es gibt ein paar Grundregeln, die du bei allen Hilfsmitteln beachten solltest:

  1. Wenn die Krallen sehr lang sind, kürze jede Woche nur ein kleines Stück. Die Blutgefäße und Nerven müssen sich erst wieder langsam zurückziehen. Wenn du sofort auf die gewünschte Länge kürzt, wirst du mit hoher Wahrscheinlichkeit Blutgefäße treffen.
  2. Baue das Kürzen der Krallen langsam auf. Auch das Feilen kann vielen Hunden zunächst unheimlich sein – gerade, wenn sie schon schlechte Erfahrungen gemacht haben.
  3. Sieh das ganze als Trick: Es soll euch beiden Spaß machen – wieso auch nicht? Nur weil es notwendig ist, muss es nicht bierernst “durchgezogen” werden 😉
  4. Wenn du dir unsicher bist: Fang langsam an! Du wirst mit der Zeit sicherer werden und wissen wie viel du abnehmen kannst.
  5. Überleg es dir, ob du deinem Hund die Krallen beim Tierarzt schneiden lassen möchtest. Häufig geht es dort mit der “Hau-ruck”-Methode zur Sache und nicht selten bluten die Krallen, weil nicht sorgsam genug Scheibchen für Scheibchen mit der Korallenzange abgenommen wird. Sprich deinen Tierarzt ganz offen an: “Ich möchte sicher gehen, dass mein Hund das Krallen schneiden mit etwas angenehmem verknüpft. Können wir das gemeinsam hier in der Praxis hinbekommen? Oder wären Sie so nett mir zu erklären worauf ich zuhause achten muss?”
  6. Ein guter Anhaltspunkt, ob die Krallen zu lang sind,  ist dieser Test: Lass deinen Hund aufrecht stehen und nimm ein Blatt Papier zur Hand. Wenn du das Blatt unter die Krallen schieben kannst: Super! Wenn das nicht geht, sind die Krallen zu lang und du solltest sie ein wenig kürzen.

 

Der Mythos der abgenutzten Krallen

“Wenn das Krallen kürzen beim Hund notwendig wird, läufst du zu wenig mit deinem Hund! Krallen nutzen sich immer von alleine ab.”

Das ist ein Irrglaube. Krallen nutzen sich sehr unterschiedlich ab. Dabei kommt es auf die Beschaffenheit des Horns an und die Stellung der Zehen und das Nagelwachstum.

Außerdem ist eine Pauschalangabe darüber, wie viel ein Hund laufen muss, nicht haltbar und einfach falsch. Das Laufen auf weichen Untergründen trägt außerdem weniger Horn ab als das Laufen auf Asphalt, das vermutlich die wenigsten mit ihren Hunden bevorzugen.

Lass dich davon nicht verunsichern. Manche Hunde kommen ohne Krallenkürzungen durchs Leben, während andere regelmäßig zur Pediküre müssen.

 

Fazit –

Krallen schneiden beim Hund muss kein Stress sein

Für jeden Hund gibt es eine Methode zum Krallen schneiden, die (mit etwas Übung) ganz stressfrei über die Bühne gehen kann.

Ob dein Hund mit der Krallenzange, dem Dremel, einer Feile oder einem Schleifbrett am besten aufgehoben ist, kannst du einfach ausprobieren. Such dir den Gegenstand heraus, der dir am Erfolg versprechendsten scheint und gib deinem Hund Zeit sich an das Handling zu gewöhnen.

 


 

Wie kürzt du die Krallen deines Hundes? Welche Methoden hast du schon ausprobiert?

Schreib mir in die Kommentare 🙂


 

 

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